Manuelle Therapie als
Behandlung gegen Kiefergelenkschmerzen

Viele Menschen leiden unter Schmerzen im Bereich des Kiefergelenks, die häufig mit Funktionsstörungen verbunden sind. Die oftmals chronisch verlaufenden Beschwerden können dabei sowohl das Sprechen als auch das Kauen wesentlich beeinträchtigen. Mit manueller Therapie als Teil der Physiotherapie lässt sich das Beschwerdebild erfolgreich verbessern.

DEFINITION
KIEFERGELENKSCHMERZEN

Die schmerzhafte Funktionsstörung des Kiefers wird in der Medizin als craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet. Der Begriff bezeichnet hierbei den Ort des Geschehens: den Schädel (lat.: cranium) und den Kieferknochen (lat.: mandibula). Gestört ist in der Regel das Zusammenspiel zwischen den Zähnen, der Muskulatur, die zum Kauen benötigt wird und den jeweiligen Gelenken des Kiefers. Die konkreten Erscheinungsformen sind sehr unterschiedlich und hängen meist mit den Ursachen des Syndroms zusammen. Um abzuklären, ob die Beschwerden auch tatsächlich auf eine Problematik im Bereich des Kiefers zurückgehen, ist zunächst ein Besuch beim Zahnarzt erforderlich. Hier wird eine genaue Funktionsdiagnostik vorgenommen und ein Therapieplan auf Basis des bestehenden Beschwerdebilds erstellt. Die vorgeschlagene Behandlung orientiert sich an den Ursachen und der Ausprägung der CMD. Zu den häufigsten Symptomen einer CMD gehören beispielsweise:
  • vom Kiefer ausgehende Kopfschmerzen
  • unspezifische Nackenschmerzen
  • Schmerzen beim Kauen
  • Bewegungseinschränkungen bei Bewegungen des Unterkiefers
  • als unangenehm empfundener Kieferschluss
  • Knirsch- und Knackgeräusche des Kiefergelenks
Typische Behandlungsoptionen sind unter anderem:

  • manuelle Therapie in einer physiotherapeutischen Praxis
  • Schienentherapie zur Korrektur der Bisslage
  • Korrektur von Zahnfehlstellungen in einer Praxis für Kieferorthopädie

URSACHEN FÜR
SCHMERZEN AM KIEFERGELENK

Die Gründe für das Schmerzsyndrom können sehr vielfältiger Natur sein. Wenn der Biss oder auch das Zusammenspiel zwischen Muskulatur und Kiefergelenk nicht übereinstimmen, entstehen Schmerzen. Im Rahmen der Funktionsdiagnostik erhebt der Zahnarzt nicht nur den genauen Befund, sondern kann häufig auch Auskunft über die Ursachen der Beschwerden geben. Zahnfehlstellungen, fehlende einzelne Zähne oder auch ungünstig sitzender Zahnersatz zählen zu den häufigsten Ursachen. Auch traumatische Einwirkungen auf die Halswirbelsäule oder auch das Kiefergelenk selbst sind Gründe. Hier besteht oftmals ein Zusammenhang zu schweren Stürzen sowie Verkehrsunfällen. Stress und psychische Belastungen unterschiedlichster Art können ebenfalls die Schmerzen begründen. Ebenso sind Fehlhaltungen des Oberkörpers oder die konstante Seitenneigung des Kopfes bei Seitenschläfern für die Schmerzen verantwortlich. Häufig reichen Kleinigkeiten aus, um muskuläre Überlastungen und Funktionsstörungen hervorzurufen. Nicht immer wird dabei ein Zusammenhang zum Kiefer hergestellt. Viele Menschen klagen zunächst über Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen und verknüpfen dies nicht mit einer Dysfunktion des Kiefergelenks.

Physiotherapeutische Behandlung
der Kiefergelenkschmerzen

In sehr vielen Fällen ist eine Manualtherapie im Rahmen der Physiotherapie das Mittel der Wahl bei bestehenden Schmerzen am Kiefergelenk. Der Zahnarzt stellt in dem Fall eine Behandlungsverordnung aus. Der Physiotherapeut entwickelt auf dieser Grundlage mit dem Patienten ein geeignetes Therapiekonzept. In zunächst sechs Sitzungen wird das betroffene Areal durch manuelle Behandlung des Kiefergelenks sowie der zugehörigen Muskulatur behandelt. Zusätzlich vermittelt der Physiotherapeut dem Patienten verschiedene Techniken und gezielte Übungen, die dieser unabhängig von der Behandlung allein durchführen kann. Diese Maßnahmen werden trainiert, damit eine richtige Anwendung gewährleistet ist. Das eigenständige Durchführen parallel zu den Behandlungsterminen sichert den Therapieerfolg langfristig.
DEVELOPED WITH MODULE.OS BY MODULE22